Ausgabe 94:  Afrolateinamerika - Grenzenloses kulturelles Erbe.


Was ist aus den Einflüssen verschiedener afrikanischer Kulturen in Lateinamerika herangewachsen? Kann man von einem afrikanischen Erbe oder gar einer Ethnie sprechen? Wie sah das Leben von den ersten freien und selbstbestimmten Afrodescend(i)entes in der neuen Welt aus? Und wie steht es um die gesellschaftliche und politische Situation von Afrodescend(i)entes heute in der Region?

In dieser Ausgabe von matices beschäftigen wir uns mit verschiedenen afro-lateinamerikanischen kulturellen Praktiken und Religionsformen wie dem Candomblé in Brasilien oder dem saya Tanz In Bolivien, schwarzer Widerstandsgeschichte und Cimarrones in Kolumbien, politischen Bewegungen von Afrodescend(i)entes sowie Stigmatisierung und Emanzipation einer Ethnie, die eigentlich keine einheitliche Ethnie darstellt. Dass schließlich die Bezeichnung „Afro“ über Hautfarbe und das afrikanische Erbe hinausgeht und daher die alltägliche Verwendung des Begriffs hinterfragt werden sollte, zeigt der Artikel „No tan negro“ am Ende des Schwerpunktthemas. Kategorisierungen afro-lateinamerikanischer Kulturen finden in diesem Heft daher keine Entfaltung, vielmehr soll es um die Diversität von afrikanischen Einflüssen und ihre transkulturelle Entwicklung in Lateinamerika gehen.

 


Gesellschaft

  • Jetzt knallt’s. Bericht aus einem Land am Rande des Bürgerkriegs | von Laura Cwiertnia
  • Gleiches Recht für alle? Ein Doppelinterview zum Verhältnis von Indigenenrechten und allgemeinen Menschenrechten Interview | von Mila Brill
  • Ein bedrohtes Stück Himmel. Zwischen Profit und Umweltschutz: die Lagune der Sieben Farben | von Nicole Solís Oberg in Zusammenarbeit mit Shanty Acosta Sinencio
  • Wer ist eigentlich? Hernán Larraín | von Judith De Santis
  • Länderberichte: Panama, Brasilien, Honduras, Spanien 

 

 Schwerpunkt

  • Afrodescendientes in Lateinamerika. Historische Präsenz, kulturelle Ausdrucksformen und politische Positionierungen | von Moritz Heck
  • Marielle, presente! Resistência negra na cultura popular carioca | por Stephanie Andreas e Bruno Camenietzki
  • Pelo malo. Schwarzer Widerstand wird zum politischen Projekt | por Yanelvis Hechavarria
  • Cimarrones organisieren sich. 40 Jahre Erfahrung mit kollektivem Aufbau und Widerstand | von Julia Brekl
  • O CANDOMBLÉ ÀS VOLTAS DE ÁFRICA. Memória, autenticidade e reafricanização como leitmotivs dos agentes religiosos | por João Ferreira Dias
  • La conciencia sobre la afrocolombianidad. El surgimiento de un sujeto político | por Juan Alberto Carabalí
  • No tan negro. Ciertos olvidos de la definición de lo afrolatino | por Amir Valle 

 

 Kultur

  • Vergessen und erinnern. Doris Salcedo im Palacio de Cristal in Madrid | von Dirk Ufermann
  • Von Opfern und Tätern | von Jan Göthlich
  • “En América Latina, el feminismo es supervivencia”. Rebeca Lane, rapera y activista guatemalteca, sobre feminismo en América Latina por un feminismo más crítico y más | por Alea Rentmeister
  • Auf der Suche nach der Wahrheit. Spielfilme aus Lateinamerika bei der Berlinale 2018 | von Sonja Hofmann
  • „Unser Pfad ist die Musik“ | von Helena Santana Losada 

 

Rezensionen

  • Musik Rezensionen zu Bordeliko und Orchestra Black Sun
  • Keine Hoffnung nirgends? (Rezension zu "So enden wir" von Daniel Galera.) | von Jan Göthlich
  • Alltägliches vor dem Hintergrund der Militärdiktatur (Rezension zu "Alejandro Zambra Ferngespräch" von Susanne Lange) | von Delia Koch
  • Kriegsstrategie Abwarten und Tee trinken (Rezension zu "César Aira Die Prinzessin Primavera" von  Christian Hansen | por Nora Schramm
  • El clásico: Quilombo von Carlos Diegues | von Gunda Wienke 

 


Artikel zum Lesen

El ejercicio de asesinar

Gesellschaft

Matices 94
©Elizabeth Otálvaro Pacifista

Una reflexión sobre las ejecuciones de líderes sociales en Colombia

por Cristian Rivera Machado

El asesinato el líder social Temístocles Machado el 27 de enero de 2018 en la ciudad de Buenaventura causó inusitada indignación en Colombia, donde la normalización de asesinatos de líderes sociales es la regla –a dos años de la firma del acuerdo con las FARC se presentaron 261 asesinatos– y donde tales sucesos caen rápidamente en el olvido. «Don Temis», como le decían sus vecinos, era mi tío en segundo grado.

Gleiches Recht für alle?

Gesellschaft

Ein Doppelinterview zum Verhältnis von Indigenenrechten und allgemeinen Menschenrechten

von Mila Brill 

Lateinamerika ist eine Weltregion, in der verschiedene Rechtsordnungen nebeneinander bestehen und auch miteinander in Konflikt geraten. Eine Ebene bildet die der allgemeinen Menschenrechte. Eine andere ist, neben der nationalstaatlichen, die Ebene der regional spezifischen, indigenen Rechtsordnungen. Wie beide in Beziehung zueinander stehen, fragt matices im Gespräch mit dem Kulturanthropologen Dr. Jonas Bens (Teil 1) und der Soziologin Dr. Hannah Bennani (Teil 2). 

 

Ein bedrohtes Stück Himmel

Gesellschaft

Zwischen Profit und Umweltschutz: die Lagune der Sieben Farben

von Nicole Solís Oberg in Zusammenarbeit mit Shanty Acosta Sinencio 

 Die zweitgrößte Süßwasserlagune Mexikos in der südlichen Karibik ist gefährdet. Industrielle Landwirtschaft und die wachsende Tourismusbranche in der Urlaubsregion bedrohen den Erhalt des Ökosystems. In dem Kampf ums Wasser stoßen unterschiedliche Interessen aufeinander. 

 


César Aira Die Prinzessin Primavera

Buchrezension

Kriegsstrategie Abwarten und Tee trinken

por Nora Schramm

Pelo Malo

Schwerpunkt

percepción del cabello afro y su función emancipadora

por Yanelvis Hechavarria 

La marginalización cultural y el racismo se expresan, entre otros, a través de la valoración del cabello. Mujeres con el cabello afro enfrentan una difícil realidad en varios países latinoamericanos: la presión social de corresponder a un ideal de pelo alisado y negar la propia naturaleza. El movimiento “natural- hair”, en cambio, enfatiza la naturaleza y belleza del cabello afro. Nuestra redactora Yanelvis Hechavarria Duret relata sus propia historia del cabello - desde usar el peine caliente hasta volverse naturalista. 

Von Opfern und Tätern

Kultur

von Jan Göthlich 

Fernando Aramburu erzählt in Patria von den menschlichen Verwüstungen des ETA-Terrors. Bei der lit. Cologne hat der baskische Autor seinen Roman vorgestellt. Dabei wurde klar, wie aktuell das Thema immer noch ist. 



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